Hochschulwettbewerb 2013

 

LormHand

Interaktiv inklusiv - Taubblind ans Netz

Das Team der Universität der Künste Berlin, bestehend aus Tom Bieling, Chiara Esposito, Tiago Martins, und Fabian Werfel, arbeitet unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Gesche Joost an der Weiterentwicklung des Prototyps der "LormHand".
Das Lorm-Alphabet ist eine Kommunikationsform für Taubblinde: Einzelnen Fingern oder Handpartien sind Buchstaben zugeordnet, durch Berührung wird „gesprochen”. Mit Hilfe der digitalisierten "LormHand" können taubblinde Menschen Nachrichten "lormen" und sie so zum Beispiel direkt über Twitter versenden. Durch diese Übersetzung und den Austausch bekommt auch die Öffentlichkeit die Möglichkeit, Einblicke in die Lebenswelt Taubblinder zu erhalten. Ziel des Teams ist die Anfertigung einer funktions- und einsatzfähigen "LormHand".

v.l.n.r.: Tiago Martins, Tom Bieling, Fabian Werfel, Chiara Esposito Bild: Design Research Lab, Berlin

 

Aktuelles

Juni 2014

Das Team präsentierte die "LormHand" bereits erfolgreich auf verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen wie zum Beispiel die Universal Design Conference UD2014 an der Lund University in Schweden oder aber auf dem "Sehbehindertentag 2014" beim ABSV (Allgemeiner Blinden- und Sehbehindertenverband Berlin). Auch bei der rbb Radiosendung "Wissenswerte" war das Team mit seiner Projektidee vertreten.
Zur Zeit versuchen die Gewinner des Hochschulwettbewerbs die streckenweise auftretenden Probleme der "LormHand" zu beheben. So verursacht beispielsweise die Wölbung der "LormHand"-Innenfläche mitunter Schwierigkeiten beim Schreiben des  Buchstaben "S". Dies ist vor allem auf auf die Formung der Modellhand zurückzuführen.

Tom Bieling auf der Universal Design Conference UD2014 an der Lund University Bild: Interaktiv inklusiv

Juli 2014

Im zweiten Monat des Projektverlaufs konnte das Team einige Fehlerquellen in der Buchstabenerkennung beheben und auch hinsichtlich der verfeinerten Modellhand konnten Fortschritte erzielt werden.
Zusätzlich waren die Projektteilnehmenden auf verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen mit der LormHand vertreten, unter anderem beim "Rundgang" im Rahmen des Berliner Kultursommers vom 18. Juli bis 20. Juli 2014. Die Besucherinnen und Besucher hatten im "Medienhaus" die Möglichkeit, die LormHand zu testen und Eigenheiten der Taubblinden-Kommunikation zu ergründen. Die am häufigsten gelormten Wörter seitens des überwiegend studentischen Publikums waren übrigens "Feiern", "Bier" und "Wasser".

LormHand auf dem Berliner Kultursommer Bild: Interaktiv inklusiv

August 2014

Auch im dritten Projektmonat macht die Weiterentwicklung der LormHand große Fortschritte. Besonders die technische Verfeinerung des Handmodels wird vorangetrieben. Mit Hilfe von flachen Oberflächen können Tippfehler, wie das leichte Abrutschen und damit verbundene Überspringen von Buchstaben vermieden werden. Auch das Umgreifen bestimmter Hand- und Fingerpartien wird somit deutlich erleichtert.

Nach zahlreichen Anfragen an das Projektteam, die aus Termin- oder geografischen Gründen nicht alle erfüllt werden können, haben sich zusätzlich zu den anvisierten Meilensteinen weitere Termine ergeben, wie zum Beispiel der Auftritt am 30. August beim "Tag der Gehörlosen" in Uelzen.

September 2014

Im September wurde die LormHand überwiegend auf Workshops und Konferenzen der Öffentlichkeit präsentiert. So zum Beispiel am 9. und 10. September auf der 6. Engineering- und IT-Tagung der Hans-Böckler-Stiftung, die dieses Jahr unter dem Motto „Die digitale Arbeitswelt gestalten" stand.  
Weiter ging es am 11. September auf dem IT-Strategietag “Sozialwirtschaft 2014” in Bonn und am 12. September wurde in Darmstadt die Ausstellung “new narratives – design im digitalen zeitalter” im Designhaus Darmstadt (Hessen Design) eröffnet. Am 19. und 20. September wurde die LormHand auf dem Kongress „Leben mit Taubblindheit“ in Potsdam vor- und ausgestellt und am 22. September kam die LormHand bei einem gemeinsamen Workshop der UdK und der AOK zum Einsatz.

Der Höhepunkt war der Besuch von einem tschechischen Filmteam, welches derzeit die Dokumentation „Lorm's Alphabet – Travelouge about a Countryside of Shadows and Murmuring“ (Regie: Pavel Jurda) dreht. Sowohl der Regisseur als auch der Protagonist Bison waren so begeistert von der LormHand, dass das Projektteam eine zusätzliche Variante der LormHand anfertigt, die Bison mit auf seine Reise nehmen kann.

Oktober 2014

Der Oktober begann zunächst mit der großen Finissage der Ausstellung „Vorbilder“ im Wiener Museum für Angewandte Kunst.  Zwei Wochen später, am 19. Oktober 2014, endete die Ausstellung “new narratives – design im digitalen zeitalter” im Designhaus Darmstadt (Hessen Design). Letzere verfolgte u.a. anhand des Projektes die Frage, inwieweit der Umgang mit digitalen Tools nicht nur die Art zu denken, zu kommunizieren und zu produzieren verändert, sondern auch die Erwartungen an die Benutzung und die Materialität der physischen Welt. In beiden Ausstellungen hatte das Projekt großen Anklang gefunden.

In den folgenden Tagen konnte die SmartPhone App und somit auch die Verbindung von Hand zu Tablet und zurück erheblich optimiert werden. Zusätzlich wurde der farbliche Kontrast von Untergestell und LormHand erhöht, um die Interkation für Menschen mit Sehbehinderung einfacher zu gestalten. Am 17. Oktober wurde dann gemeinsam mit den Masterstudierenden des MAAL Studiengangs (Ambient Assisted Living) das System mitsamt der Spracheingabe erfolgreich getestet.

 

November 2014

Neben der Projektdokumentation und der Fertigstellung des Video-Clips wurde der November insbesondere zur Umsetzung der Insights aus den letzten Nutzertests, der Herstellung eines neuen LormHand Modells sowie zum Stehlen-Bau verwendet. Die zweite Novemberwoche begann zudem fulminant mit Tom Bielings Teilnahme bei der Falling Walls Conference (Berlin), bei der er sowohl den ersten Preis der Jury, als auch den Publikums-Award erhielt, was ihm und dem Projekt den Titel “Young Innovator of the Year 2014” einbrachte. 

Das Projektteam blickt insgesamt auf ein ereignisreiches halbes Jahr zurück. Die ursprünglich veranschlagten Planungsvorhaben wurden dabei nicht nur erfüllt, sondern konnten erfreulicherweise deutlich übertroffen werden. Sowohl was die Fortentwicklung der LormHand betrifft, als auch die damit verbundenen öffentlichen Veranstaltungen und Nutzertests.

So konnte die LormHand in Zusammenarbeit mit Taubblinden, Hör-/Sehbehinderten, Angehörigen und Betreuer/innen fortlaufend weiterentwickelt und neue Prototypengenerationen angefertigt werden. Im Verlaufe des Entwicklungsprozesseses mit zahlreichen Form- und Materialstudien entstanden somit unterschiedliche Versionen der LormHand. 

 

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